Schule 2020: Regelbetrieb in der Pandemie

Nach der Devise „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ hat das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport BW Anfang Juni sein Rahmenkonzept für das kommende Schuljahr vorgestellt.
 
Das Ziel, so Kultusministerin Dr. Eisenmann, lautet: so viel Präsenzunterricht unter Pandemiebedingungen für alle Schüler*innen wie möglich bei gleichzeitiger Begrenzung der Belastung für Lehrende und Schulleitungen.

Ein wichtiger Baustein für das Gelingen liegt aus ihrer Sicht bei Gruppen in fester Zusammensetzung, auch um das Infektionsgeschehen besser kontrollieren zu können. Die Mitte Juli veröffentlichte Teststrategie an Schulen und Kitas soll dazu auch beitragen.

Fernunterricht weiterhin Teil der ’neuen Schulnormalität‘

So viel Präsenzunterricht wie möglich heißt aber eben auch, dass Fernunterricht weiterhin Teil der ’neuen Schulnormalität‘ ist, dafür wurden verbindliche Leitlinien und Qualitätskriterien für digitales Lernen aufgestellt. Damit alle Schüler*innen digital ausgestattet sind, um am Fernunterricht partizipieren zu können, stehen 130 Mio. € bereit, dass Schulen und Schulträger in etwa 300.000 Endgeräte anschaffen können – nun in vereinfachtem Antragsverfahren, denn der Medienentwicklungsplan muss mit der Abrechnung eingereicht werden.

Zudem kündigte die Kultusministerin das Programm „Lernbrücken“ an, das kostenlos und freiwillig für zwei Wochen in den Sommerferien Lern- und Förderkurse für Schüler*innen anbietet, die im Homeschooling punktuell bis nicht erreicht wurden bzw. Lernrückstände entwickelt haben. Diese sollen dadurch geschlossen und so ein gemeinsamer Lernstand sichergestellt werden. Als Unterrichtende werden auch Referendare eingesetzt. Das Kultusministerium investiert hier 13 Mio. €, es rechnet mit bis zu 150.000 Schüler*innen in den „Lernbrücken“.

Bewertung aus Sicht von Mach Dich Stark

Die Betonung der Beobachtung des Infektionsgeschehens ist zwar aus Gründen des Infektions- und Gesundheitsschutzes richtig, darf aber nicht dazu führen, dass das Recht auf Bildung junger Menschen zu sehr beschnitten wird.

Insgesamt sind die Pläne des Kultusministeriums zu wenig nachhaltig oder langfristig. Es braucht neben den oben beschriebenen Maßnahmen tiefgreifendere Bildungsinvestitionen, sowohl was Räumlichkeiten als auch zusätzliches Personal angeht. Die Programm „Lernbrücken“ wird nicht in zwei Wochen einen gemeinsamen Lernstand herstellen, es braucht im neuen Schuljahr eine regelhaftere Lern- und Förderunterstützung für diejenigen, die in der Corona-Pandemie kaum erreicht wurden.

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